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Missglücktes
Vorwort Wie
ein Tagebuch, so ähnlich halt. Männer schreiben ja kein Tagebuch. Aber
Gedichte, wie Goethe, Heine, Brecht, Grass, Fried - ja Erich Fried, der
politische und auch Liebesgedichte schrieb, so was kann man(n) ja
schreiben. Kam gut an bei den Mädels. Besonders in den 80ern, mit „neue
Männer braucht das Land“ und so. Heute ist das anders, da haben die Mädels
von damals erkannt, das dass mit den neuen Männern doch nicht so toll war
- wer will schon einen Jammerlappen als Freund? Breite Schultern,
sportlich, selbstbewusst, verständnisvoll, kinderlieb, Müllrunterbringer,
Gefühlezeigenkönner - also einen den es nicht gibt, so soll Mann
aussehen. Und Teile davon habe selbst ich, aber nur Teile. Als Teilemann
kommt man sich immer unvollständig vor, irgendetwas scheint immer zu
fehlen. Ist man ein kinderlieber Gefühlezeigenkönner, fehlen einem die
breiten Schultern. Hat man die breiten Schultern und ist selbstbewusst,
dann vergisst man den Müll runterzubringen. Irgendetwas fehlt immer beim
Teilemann. Und wer uns dazu gemacht? Wer hat uns Teilemänner erzogen? Mütter,
Omas, Kindergärtnerinnen und teilweise die Teileväter, die ja arbeiten
mussten und abends teilweise Zeit für uns hatten. Das ist der Grund,
weshalb wir auch nur teilweise verrückt sind, die Teilzeit der Teileväter.
Das hat aber nur teilweise mit den Gedichten zu tun. Das Meiste hat mit der
totalen Konfusion zu tun, die einen übermannt, wenn man als vermeintlicher
Gefühlezeigenkönner merkt, dass man das eben doch nicht kann oder zur
falschen Zeit am falschen Ort, wo man besser den Müll runtergebracht als
den Mund aufgemacht hätte. Situationen wie im Film, nur ohne Happy End.
Halb geschriebene Drehbücher, der Schluss ist Wunschdenken. Oder
Selbstkritisches (...welcher Teil hat den da schon wieder gefehlt?),
Gesellschaftskritisches (...Papier ist geduldig), Überschwängliches,
Tiefbetrübtes (teilweise manisch-depressiv?). Teile halt. Man kennt das
ja, viele Teile ergeben ja auch ein Ganzes und wo ein Teil fehlt, halten
die anderen Teile das Ganze zusammen. Als ordnungsliebende deutsche
Jungfrau habe ich die Gedichte in Gedichtteile aufgeteilt. (Da merkt man
besser, woran es fehlt). Nun genug der (Vor)Worte, wer mag, kann in die
Welt der Gedichte eintauchen und Teile von mir (–von sich?) entdecken.
Wie in einem Tagebuch, so ähnlich halt. Männer schreiben ja kein
Tagebuch...
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